SCHÜLERRAT - GYBU

SCHÜLERRAT - Gymnasium Burgstädt

VISION SCHULE 2019




REISEBERICHT - VISION.SCHULE 2019 UND AUSWERTUNG DES SCHULPATENWORKSHOPS DES KSR.MSN


"Vision heißt, dass die Zukunft der Gegenwart ihre Visitenkarte in die Hand drückt."
(Thom Renzie)


Am 29.03. bis zum 31.03. diesen Jahres nahmen Malin und Maurice zum ersten Mal am größten sächsischen Schülerkongress "vision.schule" teil. Getreu dem Motto "demokratisch. praktisch. gut" und "undjetztmalernsthaftundkonstruktiv" erlebten wir in Dresden drei tolle Tage voller Visionen und spannender Ideen, welche wir später noch erläutern.


Ziel dieser kleinen Reise war der Austausch mit 228 TeilnehmerInnen und natürlich die Gestaltung der Schule in der Zukunft.




Am Freitag reisten wir mehr oder weniger entspannt mit dem Zug nach Dresden, denn es gab einige Komplikationen beim Ticketkauf.
Auf dem Weg dahin trafen wir bereits einige bekannte Gesichter und hatten, ohne dass es richtig begann, eine Menge Spaß.
Gegen Nachmittag in Dresden angekommen, liefen wir mit schwerem Gepäck erst einmal eine Weile ins Tusculum, ein Studentenhaus für verschiedene Feierlichkeiten.


Weniger feierlich ging es jedoch am Abend zu. Fünf ParteivertreterInnen des aktuell sächsischen Landtags waren eingeladen, um mit uns ins Gespräch zu kommen und unsere Fragen zu beantworten. Leider waren nur vier anwesend, da die AfD nicht erscheinen wollte und im Vorfeld abgesagt hatte.
Typisch für die Methode "Talk am Tisch" kamen innerhalb dieser knapp zwei Stunden viele Themen zu Stande.


Spät abends, ja fast schon nachts, gab es Abendbrot und es wurde anschließend ausgelassen bis in die Nachtstunden gefeiert. Dennoch gab es neben der Party des Öfteren interessante Gespräche, die für den Folgetag entscheidend sein sollten.


Tag 2 - Samstagmorgen fiel das Aufstehen erstaunlicherweise nicht sonderlich schwer. Nach einem stärkenden Frühstück und einem ebenso starken Kaffee konnte der Hauptarbeitstag beginnen.
An dieser Stelle ist die Methode, wie wir arbeiten sollten, äußerst spannend. Die Themen, die wir bearbeiten wollten, konnten wir selbst vorschlagen und einbringen. Nach einer Eröffnung ging es daran, Themen anzubringen, die anschließend in einem "OpenSpace" diskutiert werden sollten. Jeder hatte hierzu die Möglichkeit, selbstständig und zu jeder Zeit das Thema zu wechseln und sich anderen zuzuwenden.


Eine Vielzahl an Themen, wie beispielsweise die Digitalisierung, Schulsozialarbeiter, Quereinsteiger, Mobbing, Umweltschutz, aber Schule auch im Zusammenhang mit Gesundheit, gesunder Ernährung und psychischen Problemen standen auf der Tagesordnung. Um das größtmögliche Potenzial dieser Themenvielfalt auszuschöpfen, verteilten wir uns weitestgehend auf spannende Themen, die uns relevant erschienen.
Folgende haben wir getrennt voneinander immer in neuen Arbeitsgruppen in Angriff genommen:


Schulutopie, Talentfächer, Mobbing und Bodyshaming, Schule & Gesundheit - psychische Probleme, Technikausbildung für Lehrer, mehr Sozialarbeiter, Fridays for Future und Klimakonferenz.


In der Vorarbeit wurde immer der Ist-Stand notiert, anschließend die Ziele und die Veränderungen, die es geben müsste sowie als letzten Punkt konkrete Maßnahmen, die auf eine Umsetzung abzielen.


Die Ergebnisse und Erkenntnisse, die wir aus Vision.Schule ziehen, finden sich am Ende dieses Berichts, da wir diese durch ein weiteres Projekt ergänzt haben und auf einen Blick zusammenfassen wollten.


Natürlich haben wir nicht dauerhaft durchgearbeitet. Das Essen war gut und die Pausen konnte man in der Sonne genießen und sich außerhalb der Themen austauschen. Sonnige Stunden und blühende Bäume zierten das Bild vor der TU Dresden, in der wir Samstag und Sonntag verbrachten.


Das Abendprogramm war erneut durch eine Abwechslung gestaltet; Poetry-Slam und eine angenehme Atmosphäre ließen den Tag zu Ende gehen.


Die Zeit verging rasend schnell und die Notizen quollen bereits mit genialen Ansätzen über. Ein letztes Mal hieß es dann am Sonntag in Richtung TU zu wandern, um das Projekt insgesamt zu beenden und als Highlight mit dem Kultusminister, Herrn Piwarz, ins Gespräch zu kommen.


Erstaunlicherweise hatte jedeR TeilnehmerIn eine kostenlose Handreichung mit der jeweiligen Zusammenfassung aller Themen bekommen, die wir in einem weiteren Dokument digitalisiert haben. (siehe unten im Downloadbereich)


Abschließend stellten wir unsere Fragen, die sich im Rahmen dieses Projektes ergaben, an Herrn Piwarz und er musste uns Rede und Antwort stehen. Besonders cool fanden wir, dass auch ein kleiner privater Talk sowie ein Foto mit ihm und unserem Landesschülersprecher, Noah Wehn, drin war.


Ihm und dem Landesschülerrat sowie allen Organisatoren wie ipunct, der Sächsische Jugendstiftung, dem Förderverein Sächsischer Schülervertretungen und dem Sächsischen Staatsministerium für Kultus gebührt ein großes Danke, denn sie alle haben drei fantastische Tage ermöglicht und wir können mit Gewissheit sagen, dass wir voller Tatendrang und mit einigen coolen Sachen im Gepäck an unsere Schule zurückgekehrt sind!



Damit aber noch nicht genug! - Am 02.04. erhielten wir von zwei VertreterInnen des Kreisschülerrates Mittelsachsen Besuch, um explizit Probleme an unserer Schule sowie passende Maßnahmen zu erörtern.
Hierzu reisten Anna und Eric an, um mit uns im 2. Block den Schulpaten-Workshop auszuarbeiten. Neben der Vorstellung des KSR.MSN lag das Hauptaugenmerk auf positiven und negativen Dingen an unserer Lerneinrichtung.


Dank einer zahlreichen Teilnahme nahezu aller Klassen- und KurssprecherInnen konnten wir, der Schülerrat und der Kreisschülerrat, einen Einblick in die Probleme gewinnen, die wir teilweise noch in diesem, aber vor allem im nächsten Schulhalbjahr, angehen wollen.




Hierzu haben wir im Folgenden eine übersichtliche Tabelle erstellt, die für uns eine Orientierung sein sollte, um den Schullalltag insgesamt zu verbessern. Sie setzt sich aus dem Schülerkongress "Vision.Schule" und dem Schulpatenworkshop zusammen.



Thema Problem/Ist-Stand Ziel und Veränderungen Konkrete Maßnahmen/Lösungen
Schulutopie Lernen als Pflicht, Zwang und Druck

schlechte Noten demotivieren

langweiliger und unkreativer Unterricht
weniger Druck; angenehmere Lernumgebung

klare Trennung von Schule und Freizeit

Struktur -> kleinere Lerngruppen
gegenseitige Einschätzung von Lehrer- und Schülerschaft; konstruktives Feedback

persönliche Rückmeldung

genauere Schwerpunktsetzung in Bezug auf gewisse Themen
Mobbing und Bodyshaming

Psychische Probleme
Mobbing in jüngeren Klassen

"Du bist . . ."

Bewertung durch andere; Schönheitsideale

psychische Probleme; Depressionen, Essstörungen, Selbsthass, usw.
Schüleraufsichten

mehr Aufklärung und Prävention (auch in der Grundschule)

offene Ansprache, dass es diese Probleme gibt;

Stigmatisierung beenden

Respekt gegenüber Autoritätspersonen

=> Gesellschaft prägen und wachrütteln
(mehr) themenbezogene Projekte

mehr Aufklärung im (Biologie, Ethik/Reli und Sport) Unterricht

-> Verständnis und Respekt

=> gegenseitige Achtung

Kleidung; Dresscodes, die das Gemeinschaftsgefühl und die Dazugehörigkeit stärken

Vertrauensschäler und Fortbildungen für LehrerInnen, SchulsozialarbeiterIn

=> besserer, offener Umgang + mehr Hilfestellen
Digitalisierung und Technik allgemein zu wenig/falsche Nutzung von Technik

Unwissenheit in Anwendung

Bedienungsfehler und teilweise Zerstörung; kaputte Technik

technische Inkompetenz der Lehrerschaft
Schaffung von mehr Laptops/Tablets für alle

aktiver und moderner Unterricht

"Update" aller, die es benutzen sollen

Aufklärung und Ängste nehmen

freiwillige Nutzung und Begeisterung schaffen
Technik AGs
(für Schüler- und Lehrerschaft) Aufzeigen der Basics durch Schüler
-> stärkt zudem Vertrauen und Zusammenarbeit/Achtung
-> learning by doing und mit gewisser Routine

Schaffung von Kurzanleitungen und Erläuterungen für weitere Problemlösung

praxisnaher Unterricht + Mahnung/Hinweis auf sachgerechte Nutzung
Fridays for Future

[Klimakonferenz am 22.06.2019]
kein Streikrecht für SchülerInnen

teilweise "Ablehnung" der Lehrerschaft bzw. wenig Verständnis (Schwänzvorwurf)
Streikrecht für alle

Anerkennung und Unterstützung

AG, die sich um Orga der Streiks an einer Schule kümmert; innerhalb des SR
Gespräche über Teilnahme mit der Schulleitung

Wahrnehmung der Streiks auch außerhalb des Unterrichts

Kontrolle durch SV (Teilnahmelisten) + Aufklärung durch Projekte
Hygiene

Fehlende Sauberkeit in der Schule
dreckige Toiletten und meistens kaltes Wasser

allgemein Unsauberkeit; Heizungen, Kaugummis usw.
Sauberkeit und Wohlbefinden

Bewusstsein für Sauberkeit und Hygiene bzw. Umgang mit der Schule und dessen Eigentum; Wertschätzung
gegenseitige Ermahnung; vor allem innerhalb der Schülerschaft

Animation der SchülerInnen über Verhalten (Herkunft des Drecks) nachzudenken

-> Schockwand im Rahmen des Fotowettbewerbs

=> "Wo kommt der Dreck her?" (Ja, von uns. . .)
Kommunikation (zum Elternrat und zur Schulleitung) Treffen mit Elternrat nur zu Schulkonferenzen

intensiver Austausch insgesamt nur zu Schukos

(gegenseitiges) Unverständnis in gewissen Situationen
gegenseitiger Austausch von Aktuellem

Treffen mindestens aller zwei Monate bzw. E-Mail oder Telefonkontakt zum Elternrat

gemeinsames Wirken/Absprachen von Projekten
Austausch von Kontaktoptionen

Erstellung eines (gemeinsamen) Arbeitsplanes mit wichtigen Terminen und Treffen

-> vor allem für die aktive SV innerhalb des Schülerrates und dessen Vorstand

Ausbau der Vernetzung insgesamt
-> Kontakt zur gesamten Masse (Präsenz und Aufzeigen unserer Arbeit)



Was wir, der Vorstand des Schülerrates des Gymnasiums Burgstädt, wollen und versuchen umzusetzen:



- mehr konstruktives Feedback und eine engere Zusammenarbeit zwischen der Lehrer- und der Schülerschaft

-> Online-Feedbackumfrage und anschließende Auswertung zum Schulfest
-> grober "Arbeitsplan " (ähnlich des Klausurplanes in der Sek II) für bessere Struktur in der Sek I
-> bessere Absprachen innerhalb mit und der Lehrerschaft


- mehr Respekt, Toleranz, Achtung und Anerkennung in Bezug auf Mobbing, Bodyshaming und Psyche

-> Aufklärung durch Projekte und intensivierte Ansprache im Unterricht
-> Schaffung eines breiteren Vertrauens- und Ansprechspektrums
=> SchulsozialarbeiterIn
=> VertrauensschülerInnen
=> Ausbau der Klassenpatenschaften
=> Schaffung von mehr Vertrauen


- Zusammenarbeit im Bereich der Technik und Digitalisierung

-> Wertschätzung der vorhandenen Technik durch Schülerschaft
-> Schaffung einer Technik-AG für SchülerInnen und LehrerInnen
=> Schaffung von verständlichen Kurzanleitungen in Zusammenarbeit
=> "Stärkung der Gemeinschaft und gegenseitige Wertschätzung nebenbei"


- Klimaschutz ansprechen, fördern und nachhaltig handeln

-> Teilnahme an internationalen Streikterminen von FFF
-> Forderung eines Streikrechts (Anträge an die LDK)
-> Einführung eines "erweiterten Ordnungsdienstes"
=> Licht aus, Fenster zu [Licht brennt teilweise nachts im Schulhaus]
-> bessere Regelung der Heizungen
-> Teilnahme an Umweltprojekten
=> bspw.: Klimakonferenz am 22.06.2019 in Leipzig


- Bewusstsein für Hygiene und Sauberkeit aufbauen und (nachhaltig) stärken

-> "Schockwand" mit positiven und negativen Dingen im Rahmen des Fotowettbewerbs
=> soll zum Nachdenken anregen und dafür sorgen, sich mit der Schule auseinanderzusetzen



Wie man sieht, gibt es einiges zu tun und wir werden uns darum bemühen, alle Wünsche, Interessen, Ideen und Visionen umzusetzen. Hierzu arbeiten wir bereits fleißig an der Ausarbeitung von Verbesserungen innerhalb des Schülerrates, dessen Vorstandes und der SchülerInnenvertretungsarbeit im Allgemeinen.
Projekte wie der Schülerkongress, der Schulpatenworkshop, aber auch Umfragen und die anstehende Klimakonferenz am 22.06.2019 lassen auf Veränderung hoffen. Alle haben daran einen großen Anteil, denn jede Meinung zählt!


In diesem Zusammenhang hoffen wir auf Unterstützung, Interesse und ein Mitwirken.
Gemeinsam Schule gestalten. Das ist unser Ziel, damit unsere Visionen in Erfüllung gehen und wieder mehr Spaß am Lernen für alle Beteiligten entsteht.


Ganz im Sinne unserer diesjährigen Vision "WIR FÜR EUCH!"



Vorstandsvorsitzender des Schülerrates des Gymnasiums Burgstädt

Maurice Tittel






Download | Dokumentation Vision Schule


Fotos by vision.schule 2019 und Malin Müller